1      BAD KÖNIGSHOFEN

21.09.2015 - Konny Kyrion gastierte am Sonntag im Schlundhaus.    

Der „dritte Mann“ ist immer dabei

Denkt man an eine Zither, entstehen im Kopf sofort Bilder von Allgäu-Landschaften, Stubenmusik in gemütlichen Hütten und vom Film „Der dritte Mann“ mit seiner berühmten Titelmelodie. Dass einer der besten Zitherspieler Deutschlands aus Köln stammt, mag deshalb schon verwundern. Konny Kyrion gastierte am Sonntag im Schlundhaus. Das Programm wurde ergänzt durch Gedichte und Balladen, die Wolfram Weigand vortrug, der wiederum von Jochen Hutzel auf der Zither begleitet wurde.

Wie kommt man dazu, dieses wenig verbreitete Instrument zu erlernen? Wie Kyrion sagt, hat ihn sein musikalischer Opa dazu gebracht. Nach sechs Jahren Unterricht hatte der 14-Jährige allerdings die gerade aufkommenden Beatles und Mädchen im Kopf und legte das Instrument erst einmal zur Seite.

Entspannung durch Musik

Mit 43, als die eigenen Kinder schon größer waren und er mehr Freizeit hatte, besann er sich auf das Instrument und erkundigte sich bei dem „Papst“ der Zitherspieler, Rudi Knabl, wie man einen Verstärker anbringen könnte, um die Lautstärke besser in den Griff zu bekommen. So lebte das Zitherspiel wieder auf und ein Auftritt begründete den nächsten. Inzwischen ist Kyrion sehr gefragt, er gastierte schon in Australien und Japan, auch in Österreich, wo dieses Instrument kaum noch verbreitet ist.

Für das kommende Neujahr hat der 66-Jährige eine Einladung nach Sidney in Australien und Neuseeland.

700 Musikstücke gehören zum Repertoire des Ruheständlers, der früher Versicherungskaufmann im Innendienst war. Das Musizieren bedeutet für ihn Entspannung und Kontakte mit Land und Leuten. „Wegen des Geldes trete ich nicht auf“, betont er. Das Beherrschen der schwierigen Technik ist natürlich Voraussetzung.

Gemeinsam mit Jochen Hutzel, den er in Bad Kohlgrub, wo Hutzel eine Kur absolvierte, kennenlernte, will er sich dafür einsetzen, dass die Zither nicht in Vergessenheit gerät. „Die fließenden Töne beruhigen und entspannen“, davon sind beide überzeugt. Dass es in Bad Königshofen mal einen Zitherverein gab, ist heute kaum noch bekannt. Das Interesse an dieser Musikart ist jedoch groß, wie die bestens besuchten Weihnachtskonzerte der Familie Hutzel beweisen. Auch am Sonntag war das Schlundhaus bis auf den letzten Platz besetzt und die Zuhörer lauschten zunächst klassischen Stücken, bevor nach der Pause Unterhaltungs- und Filmmusik erklang, natürlich auch „Der dritte Mann“. Wolfram Weigand und Jochen Hutzel trugen zum Gelingen des Konzerts bei und erhielten ebenfalls viel Applaus.

 


 

 

 

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